TherapieWelche Behandlung hilft beim Lungenemphysem?

In Kürze:

Die Therapie zielt darauf ab, das Fortschreiten des Lungenemphysems zu verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten zu erhalten.

  • Zur medikamentösen Standard-Therapie gehören bronchialerweiternde Mittel zur Inhalation.
  • Bewegung und Lungensport erhalten die Muskulatur und Lungenfunktion.
  • Eine Lungenvolumenreduktion kann fortgeschrittenen Patienten mehr Luft verschaffen.
Arzt und Patient besprechen Behandlungsoptionen beim Lungenemphysem

Ein Lungenemphysem ist eine ernsthafte Erkrankung – alle Maßnahmen der Behandlung sollten deshalb stets von einem Lungenfacharzt begleitet werden.

Die Behandlung eines Emphysems ist vom Schweregrad und der individuellen Ausprägung der Erkrankung im Einzelfall abhängig. Grundsätzlich besteht die Therapie aus mehreren Bausteinen:

1. Vermeiden Sie lungenbelastende Faktoren

Für Raucher ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie des Lungenemphysems ein Rauch-Stopp. Bei anhaltendem Zigarettenkonsum ist ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung mit sinkender Lebenserwartung vorprogrammiert. Eine Rauchentwöhnung hingegen ist mit einer sofortigen Linderung der Symptome und einer langfristig verbesserten Lebensqualität verbunden.

Auch weitere Belastungen der Lunge (wie Feinstäube, Feuerrauch oder akute Infektionen) begünstigen das Fortschreiten eines Emphysems. Achten Sie also darauf, Orte mit schlechter Luftqualität weitestgehend zu meiden und Infektionen besonders in der kalten Jahreszeit vorzubeugen.

2. Medikamente lindern die Symptome

Medikamentös kommen wie bei der Behandlung einer COPD vor allem bronchienerweiternde Präparate zur Inhalation zum Einsatz, die sogenannten Bronchodilatatoren. Diese Medikamentensprays gelangen direkt an den Ort der Erkrankung. Sie weiten die Atemwege und verbessern die Sauerstoffzufuhr.

Je nach Patientengruppe werden auch kortisonhaltige Medikamentensprays verabreicht, um Krankheitsschübe (Exazerbationen) zu reduzieren. Sie sollten aufgrund der Nebenwirkungen wie Pilzbefall und Stimmbandreizungen mit einer Inhalierhilfe (Spacer) wie dem RC-Chamber® inhaliert werden.

Wenn ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel die Ursache des Lungenemphysems ist, kann eine Substitutionstherapie den Patienten helfen.

3. Bewegung & Sport erhalten die Lungenfunktion

Ein wichtiger Baustein der Therapie ist ein angemessenes Trainings- und Bewegungsprogramm. Am besten wirkt sich eine ausgewogene Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining auf die Lebensqualität aus:

  • Krafttraining wirkt dem beim Lungenemphysem häufig einsetzenden Muskelschwund entgegen.
  • Ausdauertraining erhält die körperliche Belastbarkeit und verbessert die Lungenfunktion.

Auch für Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sind Möglichkeiten vorhanden:

  • Nutzen Sie das breite Angebot an regionalen Lungensportgruppen! In diesen Gruppen nehmen Lungenpatienten an einem auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Trainingsprogramm teil.
  • Körperliches Training ist auch ein fester Bestandteil jeder Reha für Lungenpatienten. Informieren Sie sich bei Ihrem Hausarzt über die Möglichkeiten einer Reha.

4. Atemtherapie erleichtert das Abhusten

Die Atemtherapie mit dem RC-Cornet® PLUS kann jeder Patient leicht zu Hause durchführen. Das handliche Gerät erzeugt Vibrationen, die sich auf die Bronchien übertragen. Die regelmäßige Anwendung befreit die Bronchien von festsitzendem Sekret, erleichtert das Abhusten und reduziert die Atemnot.


5. Sauerstoff-Langzeittherapie

Wenn im fortgeschrittenen Stadium der COPD mit Lungenemphysem immer weniger Sauerstoff in den Blutkreislauf gelangt, kann eine Sauerstoff-Langzeittherapie sinnvoll sein. Dabei wird mindestens 16 Stunden am Tag über eine mit einem Sauerstoffgerät verbundene Nasenbrille dem Körper zusätzlicher Sauerstoff zugeführt. Für unterwegs gibt es auch mobile Sauerstoffgeräte.

Die Sauerstoff-Langzeittherapie

  • steigert die physische Belastbarkeit,
  • verlängert die Lebenserwartung der Patienten und
  • beugt den Folgen einer Sauerstoff-Unterversorgung vor.

6. Operative Eingriffe

Für verschiedene Patientengruppen im fortgeschrittenen Stadium bieten sich weitere Möglichkeiten der Behandlung des Lungenemphysems durch verschiedene operative Verfahren:

Bullektomie

Eine Bullektomie ist ein Eingriff, bei dem funktionslose Emphysemblasen eines bullösen Emphysems operativ entfernt werden.Von einem bullösen Lungenemphysem spricht man, wenn sich im fortgeschrittenen Stadium Emphysemblasen mit einem Durchmesser von mehr als 1 Zentimeter bilden. Diese Blasen verdrängen gesundes Lungengewebe und verschlechtern die Lungenfunktion.

Lungenvolumenreduktion

Im Rahmen einer Lungenvolumenreduktion werden die besonders stark überblähten Bereiche der Lunge verkleinert. Dies kann durch einen chirurgischen Eingriff erfolgen, bei dem Teile der erkrankten Lunge entfernt werden. Alternativ sind heute minimalinvasive Eingriffe möglich. Mithilfe eines Endoskops dringt der Arzt über den Mund bis in die Bronchien vor, um dort z. B. Lungenventile oder Spiralen (Coils) in den überblähten Bereichen der Lunge zu platzieren.

Für die Patienten bedeutet ein erfolgreicher Eingriff mehr Luft, weniger Atemnot und eine verbesserte Lebensqualität.

Lungentransplantation

Bei der Lungentransplantation wird die kranke Lunge durch eine Spenderlunge ersetzt. Nimmt der Körper das fremde Organ an, verbessert sich die Lebensqualität der Patienten deutlich.

Eine Lungentransplantation kommt nur für eine sehr kleine Patientengruppe infrage:

  • Die Knappheit an verwendbaren Spenderlungen schränkt die Zahl der jährlich durchgeführten Transplantationen stark ein.
  • Die hohen medizinischen Voraussetzungen für eine Transplantation erfüllen nur wenige Betroffene. Die richtige Auswahl der Patienten spielt deshalb eine wichtige Rolle.
  • Alle Patienten müssen im Anschluss an die Transplantation immunsupressive Medikamente einnehmen, um die Abstoßungsreaktionen des Körpers gegenüber dem fremden Organ zu unterdrücken.

Die Lungentransplantation ist deshalb nur im Endstadium eines Lungenemphysems in Betracht zu ziehen, wenn alle anderen Therapieoptionen ausgeschöpft sind.

7. Weitere Therapie-Bausteine

  • In einer Patientenschulung lernen die Betroffenen, ihre Erkrankung besser zu verstehen, Hustentechniken anzuwenden und die Medikamente richtig einzunehmen. Auch eine Rauchentwöhnung kann Teil eines sogenannten Disease-Management-Programms sein.
  • Neben der Behandlung des Lungenemphysems müssen häufige Begleiterkrankungen therapiert werden, wie die chronische Bronchitis, Diabetes und Herzschwächen.
  • Auch Über- und Untergewicht sind bei Emphysem-Patienten oft anzutreffen, verschlechtern die Prognose und bedürfen einer Ernährungsumstellung.
  • Atemwegsinfekte stellen für Emphysem-Patienten eine Gefahr dar, weil sie vermehrte Krankheitsschübe (Exazerbationen) wahrscheinlicher machen. Zu einer umfassenden Therapie des Lungenemphysems zählen deshalb vorbeugende Maßnahmen, um Atemwegsinfekte zu vermeiden. Dazu gehören jährliche Impfungen gegen Grippe-Viren und Pneumokokken.

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